Kapitel 16

 

Wie lange leuchtet ein Zauberstern?

 

 

Also, um es gleich einmal vorweg zu nehmen, ein Zauberstern leuchtet so lange, wie wir Menschen an ihn glauben. Aber hier wären wir ja schon beim nächsten Problem angekommen. Ein Zauberstern leuchtet eigentlich nur selten, und das auch nur, wenn er sehr neugierig ist oder wenn er sich stark konzentrieren muss. Ansonsten blinkt er nämlich. Weil er immer von einer Idee zu einer anderen hopst oder weil er sich ständig neue Fragen über sein Dasein stellt, gelingt es ihm nur selten zu leuchten. Zu blinken hingegen fällt ihm leicht. Gerade so, wie ihm seine Gedanken einfallen, drückt er es in seiner Farbauswahl oder dem Blinke-Rhythmus aus.

 

Wir Menschen kennen das auch ein wenig, wenn wir sehr glücklich sind zum Beispiel. Dann scheinen wir nämlich für die anderen zu leuchten. Der Zauberstern stellt sich alle Fragen und gibt sich dabei stets große Mühe, wirklich keine auszulassen, aber genau dies lässt ihn sehr oft blinken oder hopsen – meist beides zur gleichen Zeit.

 

Eines Tages besuchte er wieder seine Freundin Madeleine Püree. Er wollte etwas Bestimmtes von ihr wissen. Dabei fiel ihr auf, dass er immer dann zu leuchten begann, wenn ihm die Antwort gefiel. Auch, wenn er etwas verstanden hatte oder das Ziel erreicht war, gab es einen Augenblick, bei dem er kurzzeitig zur Ruhe fand und dann leuchtete er warm, hell und zufrieden.

 

„Mein lieber Zauberstern“, begann Madeleine, „komme einmal mit mir, denn ich muss dir jemanden zeigen: einen neuen Freund.“ „Ein neuer Freund?“, fragte der kleine Zauberstern aufgeregt hopsend, während er in allen möglichen Farben wild blinkte. „Wo geht es denn hin?“, fragte er das Mädchen. „Hinter das Haus zum Strand, komm schnell mit.“ „Wen treffen wir dort?“ „Da ist die See. Sie heißt Blubb. Gräfin Blubb von Suppenterz."

 

 

Als die beiden hopsend am Strand angelangt waren, zischte das Wasser fröhlich auf der Oberfläche des Zaubersterns. „Aua. Du bist aber ganz schön heiß“, sprach die wellige Frau Blubb. „Dafür bist du aber angenehm erfrischend.“ „Ja, ich weiß.“ „Am liebsten kommen die Menschen zu mir, um zu schwimmen oder die Seele baumeln zu lassen.“

 

„Aha?“ Der kleine Zauberstern verstand noch nicht ganz genau, was das bedeutet: Die Seele baumeln zu lassen. „Na immer, wenn wir, der Toralf Erdbatz, Herr Brausewind Himmelsturm und ich uns treffen, dann brauchen wir nur noch etwas Sonne und schon entspannen sich die Menschen mit uns und hinterher strahlen sie dann ganz von alleine.“ „Echt?“, fragte der kleine Zauberstern noch etwas unsicher. Madleine half ihm jetzt auf die Sprünge: „Alles, was wir Menschen brauchen um zu leuchten ist ein Ort, an dem die Umstände wie Wasser, Luft, Erde und Licht für uns positiv sind und wir uns einfach darüber freuen können, dass wir uns keine neuen Fragen mehr stellen. Dann baumelt unsere Seele in Zufriedenheit und wir beginnen zu strahlen, so wie du gerade auch

 

 

Der kleine Zauberstern saß an diesem Tag noch lange mit Madeleine Püree am Strand und leuchtete sehr zufrieden, als sie das Zusammenspiel von Gräfin Blubb, Toralf und Herrn Brausewind beobachteten.

 

 

 



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