Kapitel 18

 

Wie bleibt eine Seele jung?

 

Als Madeleine wieder einmal, den Kopf tief in beide Arme vergraben und die Ellenbogen fast trotzig auf dem Sims abgestützt, über scheinbar wichtige Aspekte des Lebens nachdachte, fiel ihr das letzte Gespräch ihrer Eltern ein. Es ging dabei um das Altern der Seele. Natürlich ist dieses Thema für Erwachsene schon mit einem derart komplexen philosophischen Ansatz belastet, dass es uns nur äusserst schwer vorstellbar erscheint, wie das vorlaute und aberwitzige Mädchen wohl damit zurecht kam.

 

Tat sie aber! Zugegebenermaßen wurde ihr die Unterstützung eines blinkenden, hopsenden und stets neugierigen Freundes zuteil - des Zaubersterns. Aber erstmal zurück zu Madeleine.

 

Während sie also wieder einmal dabei war, gedankenversunken die Antworten auf eine der wichtigsten Fragen des Universums zu ergründen, hatte sie eine Idee. Sie blickte in den wundervollen Garten vor Ihrem Fenster, in dem Sie immer wieder Toralf Erdbatz und seine Freunde, die Gräfin Blub von Suppenterz und Herr Brausewind Himmelsturm ausgelassen herumtoben sah. Genau genommen tobten nur die Blub und der Brausewind miteinander, während der Toralf zumeist faul herumlag. Wenigstens dem Anschein nach. Denn die Bäume und Sträucher wuchsen auf ihm und gedeihten prächtig. Die Giraffen die zwischen ihnen gemächlich hindurch tanzten, fühlten sich ebenso wohl, wie das scheue Leopesel und das permanent aktive Zippeldi Pomp. Alle waren also glücklich. Und zufrieden. Oder Beides.

 

In ihren Augen ließe sich demnach auch für den ungeübten Beobachter unschwer erkennen, daß all ihre Seelen etwas Jugendhaftes und Unbeschwertes gemeinsam hatten. Ob sie heimlich mit einem seeligmachenden Mittel gefüttert werden? Madeleine wollte die Gemeinsamkeit dabei entdecken. Unbedingt wollte sie das, wurde aber inmitten ihrer fortschreitenden Überlegungen blinkenderweise unterbrochen. Der Zauberstern war vorbeigekommen und spendierte ein paar seiner spassmachenden Kitzelstrahlen. Heute für alle. Er hatte gute Laune. Madeleine wackelte zu Begrüßung mit Ihrer Nase und blinzelte dem hopsenden Freudenspender ins erleuchtende Antlitz. Jetzt, mit zusammengekniffenen Augen, fiel ihr auf, was alle junggebliebenen Seelen gemeinsam hatten. Erst einmal tankt die kindliche Seele ausgiebig Licht. Jawohl, sie tankt es förmlich. Zusätzlich, fast als ob es die Küche für ein langes Leben in Wirklichkeit gäbe, würzt der Koch das Ganze mit Freude. Serviert wird dieses lebensverlängernde Elixier mit Freundschaft und perfekt ist das Rezept für eine immerjunge Seele.

 

"Hallo Madeleine! Du blickst heute so ungewöhnlich nachdenklich aus deinem Fenster. Kann ich etwas liebes für dich tun oder dich irgendwie aufheitern?"

"Das hast du schon getan. Vielen Dank." entgegnete sie dem Zauberstern, der nun seinerseits einen fragenden Gesichtsausdruck bekleidete.

"Komm, nimm mich mit nach draußen, strahle dort für uns alle, und lass uns mit den Freunden toben. Heute ist, so glaube ich, ein guter Tag dafür."

 

 

 



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